Author Archives: Manfred Schädler

Es geht weiter voran – Baumaßnahmen in 2019

Nachdem die Außensanierung weitgehend abgeschlossen werden konnte, stehen für 2019 weitere große Maßnahmen an. Wiederum mit tatkräftiger Hilfe der Johann-Jakob-Widmann-Schule Heilbronn wird derzeit ein funktionelles Nebengebäude erstellt (mit Teeküche, Technikraum und Toiletten). Die Arbeiten der Maurerklasse sind weitgehend abgeschlossen und die Zimmerer werden nun die Dachkonstruktion direkt nach den Pfingstferien angehen.
Die weitere Planung sieht bis Herbst des Jahres den Einbau der Frauenempore als funktionelle Stahl- und Holzkonstruktion sowie einer dazugehörenden Wendeltreppe vor.
Letztendlich hoffen wir auch den Wiedereinbau des Dachgewölbes in seiner „alten Form“ für 2019 zu stemmen. Mit diesem Projekt soll endlich auch die von der Nutzung als Schlosserei und Schmiede rußgeschwärzte Zwischendecke entfernt werden um die schön renovierten ovalen Giebelfenster an der Ost- und Westseite in den Innenraum einzubinden.

Artikel lesen: Der Vollendung entgegen – Kraichgaustimme vom 11.7.2019(pdf)

Yvonne Freifrau von Racknitz 1969 – 2018

Als Yvonne von Racknitz geboren wurde, bot die Ehemalige Synagoge, unmittelbar neben dem Schloss Heinsheim gelegen, ein Bild des Niedergangs, der Entfremdung und des Zerfalls. Gut vierzig Jahre später schienen die Tage des Gebäudes gezählt, das 1796 auf einem „freyherrlich Racknizischen condominal herrschaft zinsbaren Garten Plaz“ gebaut worden war. Das bescheidene Wohnhaus des Lehrers und Vorbeters war bereits abgetragen worden, der Abriss der Ehemaligen Synagoge stand bevor.
In dieser Situation entschlossen sich Fritz Abel und Yvonne von Racknitz, einen Verein zur Rettung der Synagoge zu gründen. Gesagt, getan. Im Jahr 2012 war es so weit. Und damit begann ein Wettlauf mit der Zeit gegen den weiteren Verfall des Gebäudes und gegen mancherlei Widerstände, ein Wettlauf, der das Blatt von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr mehr zugunsten der „Prinzessin Synagoge“ wendete.
Was hat Yvonne von Racknitz bewogen, sich mit aller ihr zur Verfügung stehenden Kraft für dieses Projekt einzusetzen und sich als Vorsitzende des Freundeskreises Ehemalige Synagoge Heinsheim zur Verfügung zu stellen? Als ich ihr diese Frage einmal stellte, hat sie mich mit großen Augen angesehen und gesagt: „Für diese religiöse Heimstatt ihrer jüdischen Bürger haben sich meine Vorfahren eingesetzt – und ich sollte ihrem endgültigen Verlust tatenlos zusehen?“ Sie hat ihr Engagement verstanden als Vermächtnis derer von Racknitz, das zu erfüllen ihr aufgetragen war.
Yvonne von Racknitz kann die Vollendung des großartigen Rettungswerkes nicht mehr mitfeiern; wohl aber hat sie die kleinen und großen Wunder erlebt, die die Wiedererstehung „ihrer“ Synagoge Schritt für Schritt bis heute begleitet haben. Ihr Name wird wie der von Fritz Abel eingeschrieben sein in das Gedächtnis dieses Hauses.

Bernd Göller, Juni 2019

5. Lichterzünden zu Chanukka mit Rabbiner Shaul Friberg

Wir freuen uns sehr, dass Hoschschul-Rabbiner Shaul Friberg bereits zum 5. Mal zum festlichen Lichterzünden in unsere „Synagoge“ nach Heinsheim kommt und uns dabei unterstützt eine Brücke zur ursprünglichen Geschichte zu bauen.

Umrahmt wird die Feier durch das Klezmer-Ensemble Heinsheim unter Leitung von Matthias Schwarzer

Programm (Donnerstag 6. Dezember, 19 Uhr, ehemalige Synagoge Heinsheim, Schlossgasse 3)
• Musikalischer Auftakt Klezmer-Ensemble
• Begrüßung Bernd Göller
• Musikalisches Zwischenspiel Klezmer-Ensemble
• „Was bedeutet das Chanukka-Fest für uns Juden heute?“ Rabbi Friberg
• Gemeinsames Lied: Baruch ata adonaj v.1-3 mit Klezmer-Ensemble
• ZÜNDEN DER LICHTER FÜR DEN 5. TAG DES CHANUKKA-FESTES
• Gemeinsames Lied: Ma’oz tzur v.1 mit Klezmer-Ensemble
• „Die Bedeutung des Nikolaus von Myra für uns Christen heute“ Bernd Göller
• Einladung zu Sufganijot und heißen Getränken Manfred Schädler
• Gespräche miteinander
• Musikalischer Schlussakkord Klezmer-Ensemble

Artikel lesen: Brücke zur ursprünglichen Geschichte – Kraichgaustimme vom 6.12.2019(pdf)

Aktion 50 x 500 – eine Erfolgsgeschichte?

Aktion 50×500 – Mitmachen und die Nachbildung unseres Hochzeitssteins erhalten

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Die Aktion 50 mal 500 – wird sie eine Erfolgsgeschichte?
Vor zwei Monaten haben wir Mitglieder, Freunde und Förderer des Projektes „Ehemalige Synagoge Heinsheim“ zu einer einmaligen Spendenaktion aufgerufen, um die rechtzeitige Fertigstellung des Projekts zu ermöglichen und damit öffentliche Fördermittel, vor allem aus dem europäischen Programm „Entwicklung ländlicher Raum“ zu sichern.

20 Personen oder Personengruppen suchten wir, die bereit sind, einmalig 500 Euro zu spenden. Heute haben wir dieses Ziel schon hinter uns gelassen und stehen unmittelbar vor der nächsten Zielmarke: nämlich 30 mal 500 Spenden zu erreichen.

Das ist mehr, als wir erwarten durften – eine tolle Erfolgsgeschichte. Ob der Höhenflug uns noch ein Stück weiterträgt und zu einer Aktion 50 mal 500 reicht? Wir wissen es nicht, aber der bisherige Erfolg ermutigt uns, Menschen guten Willens aufzurufen:

Beteiligen Sie sich jetzt! Machen auch Sie mit!

Direkt zur Spendenaktion 50×500

Außenrenovierung weitgehend abgeschlossen

Nach der Fertigstellung der Außenfassade konnte nun das Portal, der Eingang zur Frauenempore und alle Fenster komplett restauriert und installiert werden. Dabei wurden auch die glücklich „zurückgekehrten“ Originalbeschläge (Türklinke, Schlüsselschild und Stossgriff) wieder eigebaut. Jetzt zeigt sich unsere Prinzessing komplett in neuem Kleid und ist ein wirkliches Schmuckstück in unserer Dorfmitte. Selbstverständlich waren alle Arbeiten der Fa. Böttcher Restaurierung(Steinsfurt) – bis hin zur Farbgebung –  eng mit dem Denkmalamt und uns abgestimmt.

Ein großer Teil der historischen Substanz konnte dabei zum Glück erhalten werden. Am Okularfenster der Ostseite ist sogar das mundgeblasene Originalglas erhalten, die Westseite war dem Wetter deutlich stärker ausgesetzt und größere Teile des Fensters mussten erneuert werden.

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Grabung nach Sandsteinplatten leider bisher erfolglos

Schon lange wussten wir aus verschiedenen Quellen, dass offenbar Sandsteine, bzw. Sandsteinplatten von der Ostseite der ehemaligen Synagoge entfernt wurden. Wie wir jetzt von einem Zeitzeugen erfahren haben, war in der Mitte der Ostseite eine Nische vorhanden, die von diesem zugemauert worden war.  Vor dieser Nische waren Sockelsteine. bzw. Sockelplatten aus Sandstein vorhanden, die vermutlich zum Thoraschrein gehörten. Auf Anweisung seines Arbeitgebers musste der damalige Lehrling diese Platten entfernen und zerschlagen. Die rund 30 cm großen Bruckstücke wurden von ihm dann direkt vor dem Eingang der Synagoge in eine Bodenvertiefung die aufgefüllt werden sollte eingebracht.

Dort wollten wir uns dann Anfang Mai auf die Suche machen.

Da im Umfeld des Gebäudes Merowingergräber vorhanden sind, wurden unsere Grabungen in Abstimmung mit dem Denkmalamt durch Dr. Hans Heinz Hartmann fachmännisch begleitet.  Unsere Suche konzentrierte sich zunächst auf den angegebenen Bereich vor dem Betonweg. Leider hatten wir dort keinen Erfolg und da sich der Beton vor dem Portal als unerwartet dick und hart erwies mussten wir die Arbeiten aufschieben bis wir entsprechndes Werkzeug hatten .

Durch die Fa. Ludwig Riemer wurde uns dann dankenswerter Weise kostenlos ein schwerer Bohrhammer zur Verfügung gestellt und so gingen wir Anfang Juni bei einem zweiten Versuch wiederum sehr hoffnungsvoll ans Werk. Leider wiederum ohne Erfolg, trotzdem war das für alle Beteiligten ein sehr spannendes Erlebnis. Entweder wurden die Sandsteinplatten zu einem späteren Zeitpunkt entfernt, oder sie sind an anderer Stelle am Vorplatz vergraben. Vielleicht haben wir Glück, wenn wir den Vorplatz neu gestalten und finden dann die verschollen Sandsteine. Herzlichen Dank an Dr. Hans Heinz Hartmann und an die Fa. Ludwig Riemer und Reinhard Künzel für die Untersützung.

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Restaurierung der Fenster und des Portals

Die Restaurierung der Fenster und des Portals ist derzeit in vollem Gange. Fenster und Portal wurden fachmännisch ausgebaut und werden aktuell restauriert. Die Fenster der Nordseite, die im Original nicht mehr vorhanden waren,  werden in Abstimmung mit dem Denkmalamt nachgebaut. Der Wiedereinbau wird voraussichtlich in der ersten Jahrshälfte 2017 erfolgen. Voraussichtlich wird auch im März die Restaurierung der Fassade an der Portalseite (mit dem Originalputz von 1796) fertiggestellt.

Portalseite (Westseite)

Portalseite (Westseite)

Nordseite

Nordseite

Ostseite

Ostseite

Meisterschüler der Johann-Jakob-Widmann-Schule in Heilbronn unterstützen bei der Renovierung

Stuckateur-Meisterschüler unterstützen im Rahmen eine Projektwoche die Sanierung der Außenfassade unserer ehemaligen Synagoge. Bereits in der Vorbereitsungsphase dieser anspruchsvollen Maßnahme gab es intensive Gespräche mit dem Denkmalamt, der von uns beauftragten Restaurateurin Silke Böttcher und dem Fachlehrer der Stuckateur-Meisterklasse Herrn Andreas Gehrig. So ging dann Mitte Oktober ein Team unter Leitung von Herrn Gehrig und Frau Böttcher ans Werk. Ziel war es insbesondere an der Portalseite den historischen Kalkputz zu erhalten und zu sichern, sowie die überputzte restliche Fassade und die Sandsteinfassungen der Fenster und des Portals zu sanieren und nach historischem Vorbild zu streichen. Dabei sollten die Natursteine die nach dem entfernen der heute nicht mehr vorhandenen Stufen zu Frauenempore – an der Westseite – als Fenster in die Vergangenheit sichtbar bleiben.
Die Farbgebung wurde in allen Bereichen eng an die von 1796 angepasst. Überraschend war die Feststellung der Restaurateurin, dass die Sandsteinfassungen nicht „natur“ sondern in einem graublauen Farbton gestrichen waren. Auch wurde an der Portalseite über dem Hochzeitsstein Fragmente einer Beschriftung erkennbar, die noch näher untersucht und dokumentiert werden. Neben den handwerklichen Ausführungen war die umfassende Dokumentation dessen was man an historischer Bausubstanz gefunden hatte, sowie der notwendigen Sanierungsmaßnahmen eine wesentliche Aufgabe der Meisterschüler. An dieser Stelle gilt unser herzlicher Dank allen Beteiligten, insbesondere an Herrn Gehrig und Frau Böttcher, aber auch an das Denkmalamt das dieser sinnvollen Zusammenarbeit zugestimmt hatte.

„Artikel der Kraichgaustimme vom 16.10. 20145“ lesen: Zeitungsartikel download

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Erste Bibel-/Tora Lernwoche in der ehemaligen Synagoge Heinsheim

Vom Sonntag 24. Juli 2016 bis Mittwoch 27. Juli fand die erste Tora-Lernwoche in der Landeskirche Baden in unserer wiederbelebten „Synagoge“ statt. Die Lernwoche zum Thema Mose – Befreier und Gesetzgeber wurde durch das eigens aus Israel angereiste jüdische Lehrerehepaar Rivka und Daniel Basch geleitet.

Herzlichen Dank an Bernd Göller, der diese Lernwoche initierte und  maßgeblich organisierte. Unser Dank geht ebenso an die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden Bad Rappenau, dem katholischen Bildungswerk und dem Verein Jüdisches Leben Kraichgau, die dies Veranstaltungen unterstützen.

Artikel lesen: Für die Synagoge war es ein inneres Richtfest (jpg)

Fritz Abel am 25. Mai verstorben

Am 25. Mai verstarb unser lieber Weggefährte und 2. Vorstand Fritz Abel nach kurzer schwerer Krankheit.
Fritz Abel hatte sich seit langer langer Zeit darum bemüht Menschen und Mittel zu mobilisieren um die ehemalige Synagoge, dieses alte wertvolle Denkmal zu retten und zur neuen Nutzung zu führen. Nach verschiedenen Anläufen wurde 2012 endlich der Verein gegründet und das Gebäude konnte erworben werden. Selbstverständlich und mit viel Herzblut nahm Fritz seinen wichtigen Platz im Vorstand des Vereines ein, wirkte unablässig im Gemeinderat für die Sache und brachte sich mit viel Energie und Sachverstand bei den ersten Baumaßnahmen ein. Es war eine konstruktive, gute und herzliche Zusammenarbeit, die uns allen Spaß gemacht hat. Für den Verein war Fritz Abel auch das Hörrohr das die Stimmen und die Stimmungen des Gemeinderats, und noch wichtiger, das der Dorfbevölkerung auffing. Denn das war seine große Stärke: einen echten interessierten Draht zu seinen Mitmenschen zu haben und mit Allen und Allem verbunden zu sein. Wie kein zweiter kannte er die Menschen in Heinsheim, aber auch die Geschichte des Ortes und der Umgebung. Mit der Synagoge verbanden ihn viele Kindheitserinnerugen, deshalb war sie ihm besonders ans Herz gewachsen. Auch wenn er die weitere Entwicklung nicht miterleben kann, werden wir unsere Arbeit in seinem Sinne weiterführen. Er wird uns auf diesem Weg fehlen, und vor allem wird er uns als Mensch und Freund fehlen. Fritz Abel hinterlässt eine große Lücke, in unserem Verein, insbesondere aber in seiner Familie.
Nur wenige Wochen später folgte ihm tragischerweise seine Ehefrau Christa Abel, die am 5.7.2016 ebenfalls überraschend verstarb. Unsere Gedanken sind bei Ihnen und Ihrer Familie, insbesondere bei den Kindern und Enkelkindern, die ihre Eltern und Großeltern schmerzlichst vermissen.

Fritz

Fritz Abel: Mit Humor und einem Augenzwinkern, immer offen und interessiert,
warmherzig, verbindlich und verlässlich!